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Ralf

Cheffe

Registrierungsdatum: 3. August 2009

Beiträge: 2 452

Themenstarter Themenstarter

1

Dienstag, 8. Juni 2010, 19:34

Transparenz bei Hilferufen

Heute erhielt ich eine PN, worin mich eine Userin fragte, warum ich meinen Beitrag mit dem Hinweis auf die Transparenz bei einer Hilfeaktion direkt gepostet habe, es sei doch transparent gewesen. Da diese Frage auch andere User vermutlich interessiert und und ebenso wichtig für zukünftige Hilfeaktionen ist, möchte ich auch öffentlich Stellung nehmen, denn offensichtlich war meine Erklärung nicht ausreichend genug - das will ich hiermit nachholen.

Zunächst sei gesagt: Jeder hat eine andere Auffassung vom Begriff "Transparenz". Für den Einen reicht es zur völligen Transparenz aus, wenn er einen Foren-Nick 2 x gelesen hat. Der Andere hingegen benötigt da schon etwas mehr überzeugende Argumente.

Wichtig ist, dass die Menschen, die sich einem hilfsbedürftigen Tier annehmen, Unterstützung finden - schnell und unkomplizert.

Wir werden bei solchen Aktionen regelmäßig angesprochen, ob sie auch seriös sind, ob man die Menschen denn kennt, die hier einen Hilfeaufruf starten beim dem es um die Kostendeckung geht. Die Frage entsteht aus dem Hintergrund, weil zwar oft die "Geschichte" gepostet wird, aber die notwendigen Details, die mich als Helfer erst veranlassen zu spenden/helfen, fehlen aber sehr häufig. Wir (Margot und ich) haben in anderen Foen auch sehr oft erlebt, dass diese Fälle frei erfunden waren - dabei wurden hunderte Euros einfach "abgesahnt". Das kann nicht im Sinne "unseres Forum sein". In der Regel kennen wir die Menschen nicht persönlich, die Hilferufe starten, was also tut man, um sich zu überzeugen? Was spricht dagegen Transparenz zu zeigen? Ich denke nichts, denn die Vorteile überwiegen eindeutig.

Hinzukommt, dass wir als Forenbetreiber für solche Vorgänge haftbar gemacht werden können. Da unser Forum in Deutschland gehostet ist, gelten für uns auch die Gesetze der BRD. Da sieht bei anderen Foren anders aus - wir übernehmen für unser Handeln die Verantwortung. Es würde für uns auch wirtschaftlich keinen Sinn machen, wenn wir die 100.-- Euro für die monatlichen Serverkosten für Katzenstadel.de und Stinkies.de am Ende "umsonst" investiert hätten, weil wir unachtsam mit dem Gesetz umgehen.

Durch Transparenz wird die Spendenfreudigkeit beschleunigt. Aus meiner Zeit als Hersteller für Kinderspielgeräte und Freizeitanlagen (KidsConcept), habe ich sehr häufig mit Spendenbarometerm arbeiten müssen, um die Aufträge überhaupt finanzierbar machen zu können - zum Vorteil für den Kindergarten und für mich als der, der den Auftrag gerne abwickeln wollte (zum Geldverdienen) Erst als Eltern im Kindergarten sehen konnten, wie der Finanzstand war (Spendenbarometer) wurden die Eltern spendenfreudig - je mehr es dem Ende zuging, liesen sich für die Restgelder (oft mehrere tausend DM, auch Banken und Firmen finden, die den Rest übernahmen - weil ja schon ein großer Grundstock da war).

Nachweise über Kosten machen generell einen Sinn und belegen auch, wie schnell Kosten explodieren. Darunter leiden die Tierhilfen sehr, die 10 und mehr Katzen gleichzeitig händeln müssen. Das ist ein Umstand, der weitere Spender aktivieren soll. Logischerweise spendet ein Spender nur dann, wenn er persönlich einen Sinn darin sieht. Jede Form von Transparenz macht die Entscheidung für eine Spende leichter. Ein für uns als Katzenhilfe sehr wichtiger Punkt. Gerade im Tierschutz gibt es leider viele militante Neider, die ihrer eigenen Zunft nichts gönnt. Jeder will vom großen Spendenkuchen (der nicht existiert und wenn, es ein ganz kleiner ist) das größte Stück. Und damit wird auch das Ansehen gegenüber den potenziellen Spendern geschädigt. Ich kenne wenig Foren, die im Bezug auf die Hilfsaktionen Wert auf eine überzeugende Transparenz legen - warum auch? Zählen doch die Klicks und die geschalteten Google Ads (die es bei uns auch nicht gibt) mit dem das Geld verdient wird - wen kümmert da der seriöse Tierschutz?

Für das, dass wir noch ein recht kleines Forum sind, konnten wir schon sehr häufig helfen. Wir selbst (Margot und Ich) investieren neben den Erlösen aus Stinkies.de privat jeden Monat rund 300-600 Euro in die Katzenhilfe aus unserer privaten Tasche und wissen, wie schwierig es ist, Hilfsgelder zu generieren - und das ist für uns mit einer der Hauptgründe, mit solchen Aktionen immer äusserste Vorsicht walten zu lassen. Es ist für mich auch kein Problem einen Hilferuf zu unterbinden, wenn ich nicht davon überzeugt bin. Ich habe machmal schon das Gefühl, dass wir Anderen mehr Hilfe zur Verfügung stellen, als wir selbst in unserem eigenen Forum bekommen - denn, auch aus diesem Grunde betreiben wir ja ein Forum - unser Vereinsname ist auch zugleich unser Forenname. Wir erhalten nur vereinzelt Futterspenden (das sind schon unsere Stammspender - vielen Dank an Euch! :love: ) Das liegt auch daran, dass wir nicht mehr so viel berichten, weil wir nur begrenzt Zeit haben. Neben der Arbeit, wartet die Katzenhilfe mit unseren beiden Höfen mit derzeit 14 + 5 Katzen, andere Fälle von befreundeten Tierhilfen und mittlerweile ein selsbt hilfsbedürftiges Tierheim, welches wir fast täglich (Margot derzeit mehr als ich) aktiv unterstützen.

Um die Sache abzuschliessen: Wir fordern unsere Form von Transparenz, die wir für angemessen halten und die Ihren Sinn einzig und allein darin erhält, dass schnell geholfen werden kann und der Spender eine gewisse Grundsicherheit erhält. Wir selbst haben Spender wärend unsere Handaufzucht kennengelernt, die uns Geld und Sachspenden schickten, obwohl sie uns gar nicht kannten - Sie und wir hatten einfach Glück! In dieser Zeit ist übrigens der persönliche Wunsch nach Transparenz gewachsen.

Da wir nun schon ein Thema haben, würde mich andere Meinungen dazu natürlich auch interessieren - bin gespannt! :) Vielleicht können wir unsere Hilferufe noch effektiver gestalten - Denn wie schon an andere Stelle geschrieben: Die Tiere können nicht für sich dringend benötigte Gelder generieren, dass müssen wir Menschen tun!

Gruß, Ralf

Ralf

Cheffe

Registrierungsdatum: 3. August 2009

Beiträge: 2 452

Themenstarter Themenstarter

2

Dienstag, 8. Juni 2010, 19:39

Achtung- Beitrag editiert!

Isabell

Katzenexpertin

Registrierungsdatum: 23. Mai 2010

Beiträge: 779

Abwesend bis?: ---

Vorname: Isabell

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Tettnang

3

Dienstag, 8. Juni 2010, 19:53

Hallo Ralf,

ich kann deinen Wunsch nach Transparenz nur unterstreichen und erachte es auch als sehr wichtig. In unserem aktuellen Fall hier wurde schon sehr viel Transparenz geschaffen und letztendlich hab ich aber "blind vertraut". Naja - fast blind. Das Forum hier hat schon eine gute Vertrauensbasis, wie ich finde. Denn noch ist es klein und überschaubar, man kennt die aktiven User und kann sie einordnen. Das wird irgendwann, sollte das Forum wachsen, nicht mehr möglich sein - und genau dann ist eine Transparenz unabdingbar. Daher finde ich dein Posting wichtig und richtig.

Gut finde ich ein Spendenbarometer, denn während so einer Spendenaktion zu sehen, wie der "Pott" wächst, ist halt schon ne Motivation, die nicht zu unterschätzen ist. Das hast du ja schon aus eigener Erfahrung festgestellt. Mich würde als Spenderin aber vor allem interessieren: Hats gereicht? Ist noch was über (z.B. für ein Tierschutzprojekt oder ein Tierheim oder dergleichen)? Bin halt von Natur aus neugierig :D
Liebe Grüße
Isabell mit Miou, Findus und Robbin

Nala

Katzenmami

Registrierungsdatum: 4. August 2009

Beiträge: 5 578

4

Dienstag, 8. Juni 2010, 20:03

Ich muss gestehen, in 90 % der Fälle, wo ich entweder durch Stinkie-Aktionen geholfen oder persönlich gespendet habe, kannte ich die Userin entweder wirklich persönlich oder doch schon lange Zeit aus der Forenwelt, von daher habe ich mir über eine gewisse Transparenz nicht so die Gedanken gemacht; zumal man ja selber schon Hilfe erfahren hat und die dann auch gerne weitergeben möchte.

Aber du hast schon recht, ein Punkt, der durchaus zu beachten ist, denn es gab tatsächlich einen konkreten Fall, von dem ich weiß, wo es wirklich "in die Hosen ging", da wurde gesammelt und getan, und es gab noch nicht einmal Katzen.

Ich bin sonst nicht der "Unterschreib-Typ", aber in diesem Fall kann ich zu Deinem Beitrag nur sagen: "unterschreib" :thumbup:
Liebe Grüße
Margot und die cats

Ralf

Cheffe

Registrierungsdatum: 3. August 2009

Beiträge: 2 452

Themenstarter Themenstarter

5

Dienstag, 8. Juni 2010, 20:07

@Isabell

Schön, dass du das ähnlich siehst - und wie du selbst feststellst, tauchen genau bei dir als Spenderin, die Fragen auf, für die ich um Transparenz bitte. Und mal ehrlich: Niemand der wirklich finanzielle Hilfe benötigt, hätte etwas dagegen, sich an ein paar Richtlinien zu halten, insbesondere weil es ja nachweislich zum besseren Ergebnis führt. "Gläsern" machen muss sich deshalb niemand. Und Unerfahrene Helfer und Tierschützer verstehen das auch sehr schnell. Gerade weil nirgendwo Transparenz gefordert wird, vergessen Hilfesuchende auch, die notwendige Transparenz darzulegen - das kann man in diesem Fall auch niemand für übel nehmen - und das tun wir auch nicht. Aber wenn ich merke, dass es daran fehlt mache ich das kenntlich, auch im Sinne der lesenden User, die so wahrnehmen, dass die Forenleitung darauf achtet.

Ich möchte nicht wissen, was ich alles zu hören bekäme, wenn es hier mal eine nicht ganz so ehrlicher Zeitgenosse schaffen würde, unsere User abzuzocken. Vor allem würde das unseren Ruf kosten, den wir gerne noch weiter im positive Sinne ausbauen möchten - wie schon geschrieben, auch dafür betreiben wir dieses Forum, von dem auch andere User durchaus partizipieren (sollen).

HARLEKIN173

Katzengöttin

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6

Mittwoch, 9. Juni 2010, 10:43

.. ich finde das auch SEHR gut :thumbup:
Liebe Grüße von Andrea :love:

Das Problem ist nicht, am gleichen Ort zu bleiben, schlimmer ist, die Gedanken einzusperren.
(Terry Pratchett)

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