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Nala

Katzenmami

Registrierungsdatum: 4. August 2009

Beiträge: 5 578

Themenstarter Themenstarter

1

Samstag, 22. August 2009, 19:43

Die wichtigsten Impfungen im Überblick

Impfungen

Bei jeder Impfung ist grundsätzlich zu beachten, dass eine Katze mit Wurmbefall
(vorher mit dem Tierarzt abklären) einige Tage vorher entwurmt werden und der
Impfling zum Zeitpunkt der Impfung außerdem vollständig gesund sein sollte.

Eine Impfung stellt praktisch eine kontrollierte Infektion dar. Man
unterscheidet zwischen Viruslebendimpfstoffen, inaktivierten Virusimpfstoffen
und Impfstoffen gegen Viren und Bakterien.

Die Grundimmunisierung junger Katzen erfolgt in der Regel durch zwei Impfungen
in der 9. und 13. Lebenswoche. Die Meinung, dass jährliche
Auffrischungsimpfungen nötig wären, ist mittlerweile überholt, im Regelfall
werden dreijährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen

Dennoch gibt es auch Stimmen, die für eine noch längere Wirkdauer der
Impfstoffe plädieren.

Die wichtigsten in Deutschland zugelassenen Impfungen im Überblick:

3.1 Felines Parvovirus - Katzenseuche
Die Impfung gegen Katzenseuche stellt vermutlich die wichtigste Katzenimpfung
überhaupt dar. Eine Grundimmunisierung gegen diese Krankheit ist daher
unverzichtbar.

Allerdings gibt es keine Belege über die Notwendigkeit jährlicher oder auch
dreijährlicher Nachimpfungen; in einer Studie (Scott/Geissinger 1997/1999)
stellte sich heraus, dass grundimmunisierte Katzen mindestens 7,5 Jahre,
wahrscheinlich sogar lebenslänglich, gegen diese Krankheit immun sind.

3.2 Katzenschnupfen
Diese Krankheit kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Allen
Impfungen ist gemein, dass nur die Symptome der Infektion gelindert, nicht die
Infektion selbst verhindert wird, da keine Immunität in den Schleimhäuten
erreicht wird (wo die Infektion angreift), sondern nur im Blut.

Felines Herpesvirus (FHV-1)
Die Impfung soll Symptome und Virenausscheidung vermindern. Die Wirkdauer der
Impfung wird diskutiert, bei Scott/Geissinger ergab sich auch nach 7,5 Jahren
noch eine partielle Immunität sowie eine schnelle Immunantwort beruhend auf
Gedächtniszellen. Eine jährliche Impfung wird hier nicht für nötig erachtet.

Felines Calicivirus (FCV)
Da der Calicivirus sehr wandlungsfreudig ist, ergibt sich hier das Problem,
dass viele Impfungen nur gegen veraltete und nicht gegen die aktuellen
Virenstämme schützen; die Impfungen sind also zumindest teilweise wirkungslos.

Das 2005 zugelassene Purevax von Merial enthält in der Calicikomponente
zumindest zwei neue Virenstämme.

Da inaktivierte Impfstoffe nicht zur Erkrankung des Impflings führen und nicht
in dessen Körper mutieren können, sind diese hier die bessere Wahl.

Chlamydien (Chlamydophila felis)
...sind keine Viren, sondern Bakterien, und mit Antibiotika behandelbar. Die
Impfung ist nach Meinung der US-Katzenimpfrichtlinien für Katzen, die nicht in
großen Beständen leben, nicht notwendig.

Auch geimpfte Tiere scheiden den Erreger aus.

Bordetella bronchiseptica
...sind ebenfalls Bakterien und mit Antibiotika behandelbar, allerdings klingen
die Symptome nach 10 Tagen meist von selbst wieder ab. Mit Lebendimpfbakterien
geimpfte Tiere können diese zudem bis zu einem Jahr nach der Impfung noch
ausscheiden und auf fremde Tiere übertragen. Die Impfung ist somit eher von
fragwürdigem Nutzen.

3.3 Feliner Leukämievirus – FeLV - “Leukose”
Katzen haben gegen FeLV eine ausgeprägte Altersresistenz. Am empfänglichsten
sind junge Katzen, ab einem Jahr ist die Infektionswahrscheinlichkeit eher
gering. Auch in den Zulassungsunterlagen zu den Purevax-Kombiimpfstoffen wird
erwähnt, dass geimpfte Katzen gegenüber ungeimpften erwachsenen Katzen nicht
signifikant besser geschützt sind, da eine niedrige dauerhafte Infektionsrate
vorherrscht.

Bei der Infektionswahrscheinlichkeit ist auch der Infektionsdruck entscheidend:
Katzen, die mit Dauerausscheidern zusammen leben, haben eine höhere
Wahrscheinlichkeit, sich ebenfalls zu infizieren als Katzen, die beim Freigang
ab und an mit positiven Katzen zusammentreffen; beim Zusammenleben mit
Dauerausscheidern bietet allerdings auch die Impfung keinen vollständigen
Schutz.
Auch geimpfte Katzen können sich infizieren!

Nach einer Schweizer Studie hält die Impfstoffwirksamkeit drei Jahre.

Eine FeLV-Grundimmunisierung ist bei Katzen unter einem Jahr, die Kontakt zu
Virenausscheidern haben könnten sinnvoll (nach Test), erwachsene Katzen haben
eine gute eigene Abwehr – zwischen Nutzen und Risiko der Impfung muss abgewogen
werden- Impfsarkome!!

3.4 Feline infektiöse Peritonitis – FIP
Diese Krankheit entsteht durch Mutation des Corona-Virus. Es handelt sich um
eine immunkomplexvermittelnde Krankheit, das heißt, die Antikörper, die das
Immunsystem gegen die Viren bildet, verursachen die Krankheit mit. Eine
herkömmliche Impfung kommt daher nicht in Frage; versucht wurde es mit einem
temperaturempfindlichen, intranasal verabreichten Impfstoff (Primucell), der
sich nur in den oberen Atemwegen der Katze vermehren und nur dort Antikörper
verursachen soll, dieser führt anscheinend aber trotzdem zur Bildung von
Antikörpern im Blut, was den Ausbruch der FIP beschleunigt. In Studien (Leukert
2002) erkrankten teilweise mehr geimpfte Katzen als ungeimpfte.

Eine Schutzwirkung ist nur zu erwarten, wenn das Tier nicht schon bereits
Coronavireninfiziert ist, beim Mindestalter für die Impfung (16 Wochen) ist aber
meist schon eine Infektion vorhanden

Der Nachweis, dass die durch die Impfung verabreichten Viren eventuell nicht
doch mutieren können ist noch nicht vorhanden, es kann also sein dass das
FIP-Problem bei einem coronavirenfreien Bestand erst durch die Impfung
ausgelöst wird – abgeschwächte Viren der Impfung können durch Mutation wieder
scharf werden. Die Wirksamkeit der Impfung ist also sehr umstritten.

3.5 Tollwut
Diese Impfung ist in tollwutgefährdeten Gebieten vorgeschrieben, ungeimpfte
Tiere unter Ansteckungsverdacht werden von Amts wegen getötet!

Seit Februar 2006 sind mehrjährige Impfintervalle zulässig (obwohl es die
gleichen Impfstoffe sind wie vorher), bei Essex und Pfizer betragen die
Abstände vier Jahre, bei Merial und Intervet drei Jahre, bei Virbac zwei Jahre.

Eine Impfung reicht laut Beipackzettel für einen Mehrjahreseintrag aus

Zumindest eine Grundimmunisierung ist auch in tollwutfreien Gebieten eventuell
sinnvoll, da Katzen vermutlich für das Fledermaustollwutvirus empfänglich sind;
Gebiete, in denen Fledermaustollwut, aber keine Fuchstollwut vorkommt, werden
aber trotzdem zu tollwutfreien Gebieten erklärt.

Bei dieser Impfung besteht ein hohes Impfsarkomrisiko durch stets
adjuvanshaltige Impfstoffe, daher nicht öfter impfen als nötig.

3.6 noch einige grundsätzliche Dinge:
- Viele inaktivierte Impfstoffe enthalten als Konservierungsstoff Thiomersal
Eventuell sollte daher wenn möglich auf Lebendimpfstoffe zurückgegriffen werden.

- Adjuvansfreie Impfstoffe sind in jedem Fall vorzuziehen. Adjuvantien
nennt man in Impfstoffen enthaltene Stoffe, die das Immunsystem bzw. die
Immunreaktion auf die Impfung anregen, meist Aluminiumsalze (Aluminiumhydroxid,
seltener Aluminiumphosphat, können neurotoxisch
wirken und Granulome
hervorrufen) oder Öle (Unbedenklichkeit ebenfalls nicht erwiesen); zudem wird
über eine Beteiligung bei der Entstehung von Impfsarkomen diskutiert.

- Nicht zwischen den Schultern impfen, im Falle der Entstehung eines
Impfsarkoms kann hier nur schwer operiert werden. Besser ist das Hinterbein, es
kann im Notfall amputiert werden.

- Mehrfachimpfstoffe meiden, möglichst Einzelimpfstoffe oder möglichst kleine
Kombinationsimpfstoffe verabreichen lassen - vermindert Impfnebenwirkungen.

- Bei Katzen, die ein Impfsarkom überlebt haben, sollte keine Impfung mehr
durchgeführt werden.

weiterführende Links:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/9800/
http://www2.vetmed.uni-muenchen.de/m...df/Impfung.pdf


Auszug aus dem Merkblatt „Die
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.“


Liebe Grüße
Margot und die cats

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