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Nala

Katzenmami

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Beiträge: 5 578

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Donnerstag, 21. Januar 2010, 10:09

Fellgenetik

Kunterbunte Fellgenetik der Katze

Viele haben sich sicherlich schon einmal gefragt: Wie kann ein langhaariges
Kätzchen entstehen, wenn doch die Eltern kurzhaarig sind? Und wieso
sind die meisten schildpattfarbenen Katzen weiblich?

Zum richtigen Verständnis müssen im Vorhinein einige Begriffe der Genetik
kurz erläutert werden. Die Zelle ist die Grundlage aller Lebewesen.
Katzen, wie auch wir Menschen, haben unzählig viele davon, und jede
einzelne Zelle hat eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. In jeder
Zelle befindet sich die vollständige Erbinformation eines Lebewesens.
Diese Information ist auf den so genannten Chromosomen aufgeschrieben
und gespeichert. Katzen besitzen pro Zelle 38 Chromosomen; 19 von ihrem
Papa und 19 von ihrer Mama. 18 der väterlichen Chromosomen sind den
jeweiligen 18 der mütterlichen Chromosomen sehr ähnlich – diese nennen
sich Autosomen. Die zwei übrigen, die Gonosomen, sind die
geschlechtsbildenden Chromosomen. Weibchen haben zwei X-Chromosomen
(XX), Männchen hingegen ein Y- und ein X-Chromosom (XY). Auf den
Chromosomen befinden sich die Gene. Jedes davon hat einen festgelegten
Platz auf dem Chromosom. Die jeweils gegenüberliegenden Gene der
mütterlichen und väterlichen Chromosomen werden als Allele bezeichnet.
Sind diese gegenüberliegenden Gene exakt gleich, so spricht man von
Reinerbigkeit. Unterscheiden sich die gegenüberliegenden Gene hingegen,
dann ist die Sprache von mischerbigen Anlagen. Alle Gene zusammen
werden als Genotyp bezeichnet und bestimmen das Individuum. Das was man
letztendlich sieht, also die Fellfarbe, das Muster und die Haarlänge,
nennt sich Phänotyp.

Langhaariger Fellbausch trotz kurzhaariger Eltern

Manche Gene sind dominant und setzen sich im Phänotyp gegen so genannte
rezessive Gene durch. Nehmen wir als Beispiel die Haarlänge von Katzen:
kurzes Fell wird dominant vererbt, langes Fell dagegen rezessiv. Der
Einfachheit halber werden dominante Gene mit einem Großbuchstaben
symbolisiert und rezessive Gene mit einem kleinen Buchstaben. Das
entsprechende Gen für das kurze Fell ist in diesem Fall das „L“ und das
für langes Fell das „l“. Es gibt 3 Möglichkeiten, welchen Genotyp eine
Katze für ihre Felllänge besitzen kann: „LL“ (reinerbig; kurzes Fell),
„ll“ (reinerbig; langes Fell) oder „Ll“ (mischerbig; kurzes Fell). Wenn
sowohl die Katzenmama, als auch der Katzenpapa mischerbige Anlagen für
die Felllänge haben („Ll“), kann ein langhaariges Kätzchen („ll“) zur
Welt kommen. Warum? Das kleine Kätzchen bekommt ein Gen von Ihrer Mama
und eines von ihrem Papa. Wenn es nun beide Male das kleine „l“
bekommt, dann sieht Ihr Genotyp folgendermaßen aus: „ll“. Dies ist der
Genotyp für den Phänotypen „langes Fell“.

Das X-Chromosom macht die Katze bunt

Ein bisschen anders ist das bei der Vererbung der Fellfarbe. Es gibt bei
Katzen nur zwei Grundfarben, aus denen alle anderen Farbeinschläge
durch die Einwirkung anderer Gene entstehen: schwarz und rot. Die
verantwortlichen Gene für diese Farben liegen nicht wie etwa das Gen
für Felllänge auf einem Autosom, sondern auf einem
Geschlechtschromosom. Genauer gesagt, auf dem X-Chromosom. Jedoch kann
jedes X-Chromosom aber immer nur eine Farbinformation tragen. Das
Y-Chromosom hingegen trägt keine Farbe. Die Folge ist, dass diese
beiden Farbeinschläge geschlechtsgebunden vererbt werden. Wie oben
bereits erwähnt, besitzt ein Weibchen zwei X-Chromosomen (XX). Je
nachdem, ob die Katze reinerbige oder mischerbige Anlagen hat, ist sie
einfarbig oder zweifarbig (schildpatt). Kater, die bekanntlich nur ein
X-Chromosom besitzen, sind fast immer einfarbig. Auf ihrem X-Chromosom
ist entweder die Information für die Farbe „rot“ oder für die Farbe
„schwarz“ vorhanden. Kommt nun doch ein Schildpatt-Kater zur Welt, ist
dies auf eine nicht korrekt verlaufende Teilung der Keimzellen (Eizelle
bzw. Spermienzelle) der Eltern zurückzuführen. Die Mama vererbt statt
nur einem X-Chromosom, beide X-Chromosomen an ihren Kater weiter. Oder
der Papa gibt seine beiden Gonosomen, statt nur eines davon an seinen
Nachwuchs weiter. Der Kater besitzt somit folgenden Genotypen: „XXY“.
Wenn jetzt auch noch jedes der beiden X-Chromosomen jeweils eine andere
Farbinformation trägt, entsteht ein Schildpatt-Kater. (Ewelina Zmyslowska)
Liebe Grüße
Margot und die cats

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