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Nala

Katzenmami

Registrierungsdatum: 4. August 2009

Beiträge: 5 578

Themenstarter Themenstarter

1

Samstag, 22. August 2009, 13:22

Coronarviren und FIP


Oft werden bei einer
Gesundheitskontrolle oder zur Abklärung einer Erkrankung bei einer Katze
Blutuntersuchungen und Antikörpersuchtests durchgeführt. Dabei fällt manchmal
auch ein erhöhter Antikörper gegen Coronaviren auf.
Leider hält sich bei Katzenhaltern und Tierärzten immer noch hartnäckig das
Vorurteil, daß eine Katze mit erhöhtem Antikörpertiter gegen Coronaviren an FIP erkrankt ist und unweigerlich
sterben muß.
Das ist falsch! Schon viel zu viele gesunde Katzen sind wegen dieses Vorurteils unnötigerweise eingeschläfert
worden.
Was sind Coronaviren ?
Coronaviren sind bei Katzen weit
verbreitet. Die Viren dringen über die Mund- und Nasenschleimhäute ein,
vermehren sich dort und in der Darmschleimhaut und führen so zu
Durchfallerkrankungen, manchmal auch zu Schnupfensymptomen.

FIP (feline infektiöse Peritonitis) ist eine gefürchtete Komplikation einer
Coronavireninfektion, die jedoch nur bei einem geringen Prozentsatz der mit
Coronaviren infizierten Katzen auftritt. Es gibt also ohne Coronavireninfektion
kein FIP, aber bei weitem nicht jede Coronavireninfektion führt zu FIP.
Was passiert mit einer Katze,
die Kontakt mit Coronaviren hatte?
Während der Erkrankung scheidet
die Katze Coronaviren mit dem Kot aus. Manche Katzen können die Viren nicht
vollständig eliminieren und scheiden sie weiter aus, ohne selbst krank zu sein.
In jedem Fall bildet die Katze während der Infektion Antikörper gegen die
Coronaviren, die man im Blut nachweisen kann. Die Antikörper schützen allerdings
nicht vor einer erneuten Infektion.
Gibt es einen FIP-Test ?
Nein.
Unglücklicherweise wird der Antikörpersuchtest von vielen Labors immer noch
FIP-Test genannt, dabei handelt es sich lediglich um einen Test, mit dem man
Antikörper gegen Coronaviren feststellen kann. Je höher der sogenannte
Antikörpertiter ist, desto mehr Antikörper hat die Katze im Blut. Ein hoher
Titer besagt, daß die Katze vor kurzem Kontakt mit Coronaviren hatte; je
niedriger der Titer ist, desto länger liegt die Infektion zurück.
Ein negativer Titer besagt, daß die Katze entweder noch niemals mit Coronaviren
in Kontakt gekommen ist, oder daß das schon sehr lange her gewesen ist. Ein
hoher Coronaviren-Antikörpertiter kommt bei FIP und einer harmlosen
Coronavireninfektion gleichermaßen vor. Er ist kein Beweis dafür, daß die Katze
an FIP erkrankt ist !
Wie entsteht FIP ?
Coronaviren mutieren relativ
leicht, das heißt, sie verändern ihr Erbgut, wenn sie sich vermehren. Wenn
diese Veränderung dazu führt, daß die Viren nicht mehr nur die Zellen der
Darmschleimhaut befallen, sondern durch die Darmwand in das Blut gelangen
können, kommt es zur felinen infektiösen Peritonitis. Die Viren befallen
Makrophagen, Freßzellen im Blut, und vermehren sich dort.
Außerdem setzten sie eine Kettenreaktion in Gang, die dazu führt, daß sich das
Immunystem gegen den eigenen Körper wendet. Diese Reaktion ist unumkehrbar.
Zunächst ist der Antkörpertiter, wie bei einer Coronavireninfektion, hoch, er
sinkt jedoch im Verlauf der Erkrankung ab und kann am Ende sogar negativ sein.
Eine FIP-kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, FIP selbst ist
also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch recht große Mengen gewöhnlicher
Coronaviren aus.
Wie wird FIP diagnostiziert ?
FIP ist sehr schwer zu diagnostizieren.
Der Coronavirentiter kann positiv oder auch negativ sein, ein hoher Titer ist
kein Beweis dafür, daß es sich wirklich um FIP handelt.
Bei Verdacht auf FIP kann eine Untersuchung der Bluteiweiße, eine Untersuchung
eines evtl. vorliegenden Ergusses und die Summe der klinischen Veränderungen
weiterhelfen.Es gibt keine typische Veränderung bei FIP, die Diagnose stützt
sich eher auf das Zusammenkommen mehrerer Symptome.
FIP kann nur anhand gründlicher Untersuchungen und auch durch die Beobachtung
des Krankheitsverlaufes sicher diagnostiziert werden.
Kann ich meine Katze davor
schützen, FIP zu bekommen ?
Wenn eine Katze niemals Kontakt
mit Coronaviren hat, wird sie niemals FIP bekommen. Solche Katzen kann man auch
impfen, wobei der Nutzen der Impfung umstritten ist. Katzen mit positivem
Coronavirentiter darf man nicht impfen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Coronaviren
im Körper der Katze zu FIP-Viren mutieren, ist um so höher, je mehr sich die
Viren vermehren. Wie es dazu kommt, ist nicht genau bekannt.
Man weiß jedoch, daß Streß, eine hohe Katzendichte und häufige Neuinfektionen
das Risiko erhöhen. Katzen in Tierheimen oder auch bei Züchtern habe also ein
höheres Risiko als solche, die alleine oder zu wenigen in einem Haushalt leben.
Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn eine Katze neu in einen Haushalt kommt. Ob
die Katze nun bereits Kontakt mit Coronaviren hatte, oder sich bei der
alteingesessenen Katze infiziert, ihr Immunsystem ist durch den
Umstellungsstreß geschwächt, die Viren können sich leichter vermehren und evtl.
zu FIP-Viren mutieren.
Da Coronaviren vor allem über den Kot übrtragen werden, ist ein häufiges
Säubern der Katzentoiletten eine gute Vorbeugemaßnahme.

Sind meine anderen Katzen
gefährdet, wenn ein Tier an FIP erkrankt ?
Nicht direkt. Die kranke Katze
scheidet keine mutierten Coronaviren aus, das FIP-Virus selbst ist also nicht
ansteckend. Sie scheidet jedoch am Anfang der Erkrankung sehr viele Coronaviren
aus, an denen sich die anderen Katzen infizieren könnten. Und je mehr Viren,
desto höher die Gefahr einer Mutation bzw. von FIP. Außerdem bedeutet eine
kranke Katze Unruhe und Streß für die anderen.
Es ist also sinnvoll, die kranke Katze von den anderen zu trennen. Aus
demselben Grund wird empfohlen, einige Wochen zu warten, bevor man eine neue
Katze in einen Haushalt holt, in dem eine Katze an FIP gestorben ist.
Gibt es eine Möglichkeit, FIP
zu heilen ?
Leider gibt es bei FIP keine
Heilung. Man kann allenfalls versuchen, den Verlauf etwas aufzuhalten.
Weitere Informationen zu diesem Thema
gibt es hier:

Mit freundlicher Genehmigung, Simone Schleich, /www.tierarztinfo.com
Liebe Grüße
Margot und die cats

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